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Seychellen-Törn 2007
__________________________________________________________________________ 19.10.2007 Freitag,
Ankunft
15:30, leichte Bewölkung, 30°, mit tropischer Wärme begrüßen
uns die Seychellen, als wir die Treppe auf das Vorfeld
hinuntersteigen. Ohne Probleme gehen wir mit den großen Mengen
Lebensmittel und Wein durch den Zoll. Draußen habe ich mich
zuerst mal um den reservierten Mietwagen gekümmert, zahle
50.-Euro bei Avis für einen betagten Suzuki Jimmy, tausche
gleich beim Vermieter 700.- € in die Landeswährung (
sensationeller Schwarzkurs: €1.- = 14.-SRC). Die
Seychellenrupie hat innerhalb eines Jahres stark an Wert
verloren: statt 6,3 Rupie muss man jetzt 11,3 Rupie offiziell für
einen Euro hinlegen. 20.10.
Samstag,
Nach dem Frühstück an Bord fahre ich 2 Einkaufsgruppen zu dem Fisch-und Gemüsemarkt bzw. die andere Gruppe zum ersten Supermarkt in der Innenstadt. Unter anderem kaufen wir 8 Kisten Bier, es sind jeweils 24 kleine 0,25l Flachen Seybrew und 4 Kisten Cola. Jürgen spendiert einen großen RedSnapper. Gegen 12:30 machen wir die offizielle Bootsübergabe, Kaution für das Dingi, Briefing, Routenbesprechung. Gegen 13:00 wird der Mietwagen abgeholt. Ich nehme mir noch die Zeit, die Sicherheitseinweisung zu machen: Lifebelts und Schwimmweste ausprobieren, erklären, verteilen, dann Erläuterung der Seenotsignale, Hinweis auf den Verbandskasten. Um 14:00 legen wir endlich ab. Wir motoren langsam aus der Bucht und nehmen Kurs Nordkap Mahé. Mittlerweile verdüstert sich der Himmel, die See wird kappelig, nicht hoch aber dennoch sehr unangenehm durch die Kreuzseen, die uns wie auf einer holprigen Strasse durchschütteln. Ab dem Nordkap motoren wir entlang der Beauvallon gegen Wind und Strömung, kurzzeitig setzt Regen ein, jetzt wird es kühl ungemütlich. Müdigkeit und aufkommende Übelkeit drücken die Stimmung. Ich beschließe auf Nummer Sicher zu gehen und steuere die bestgeschützte Bucht von Mahé, Port Launay , an. Als wir an der Baie Ternai vorbei motoren, geschieht das, wovon ich zwar träumte, aber nicht ernsthaft daran glaubte, das es passieren könnte. In unmittelbarer Nähe vom Boot schwimmen an der Wasseroberfläche zwei ca.6m lange Walhaie. Ich bin trotz Müdigkeit wie elektrifiziert, schnappe mir Taucherbrille und Flossen, springe ins Wasser. Als ich den einen Walhai erreiche, ist es schon beeindruckend , neben diesem anmutigen wie friedlichen Geschöpf der Ozeane zu schwimmen. Als ich nach einer Weile zum Boot zurückschwimme, höre ich Applaus von einem anderen Kat, der unweit von unserem schwamm und die älteren Crewmitglieder mein wagemutiges Walhaischwimmen beobachtet haben. Zurück auf dem Boot nahm ich wieder Kurs auf die nahe Bucht, wo wir gegen 17:00 ankerten.
21.10. Sonntag Als die Morgensonne die liebliche palmengesäumte Bucht in zarten Farben erstrahlen lässt, sind wir endlich richtig auf den Seychellen angekommen. Friedlich ankert unser Boot, wir haben den einsamen Strand für uns allein. Und endlich heißt es nach dem Aufstehen wieder: ab ins Wasser...wir lassen uns nach dem holprigen grauen Vortag heute in den Tag treiben, schwimmen, frühstücken, schnorcheln, am Strand entlang spazieren, einfach nichts tun...gegen Mittag verholen wir zu der Baie Ternai, wo wir eine Runde entlang der Granitfelsen schnorcheln. Leider ist die Sicht unter Wasser durch die Wellen des Vortages und die damit verbundene Aufwirbelung des Meeresgrundes beeinträchtigt. Da die See immer noch recht ungemütlich ist, beschließe ich, die Überfahrt nach Praslin um einen Tag zu verschieben und wieder in die ruhige Port Launay zurück zu motoren. Schließlich haben wir Urlaub.
22.10.
Montag Nach dem Frühstück und dem Morgenschwimmen geht es gegen 10 :00 endlich Richtung Praslin. Wir motoren langsam durch die Beauvallon Baie,den Touristenstrand von Mahé, einen langgestreckten sichelförmigen Strand. Am nördlichen Ende hissen wir in ruhigen Wasser das Großsegel, dadurch brauchen wir es nicht später bei Wellengang in Position bringen. Meine Segelerwartung wird enttäuscht, als der Wind ab dem Nordkap immer schwächer wird und auf dem Weg nach Praslin immer mehr abflaut...als wir querab von Cousine (private Hotelinsel unweit von Praslin) an Backbord Delphine entdecken, stoppe ich die Fahrt. Die Delphine sind schnell verschwunden. Da nun totale Flaute herrscht, gönnen wir uns den Spaß, und springen auf dem offenen Meer ins erfrischende Tiefblau des indischen Ozeans. Nach weiteren 2 Seemeilen erreichen wir die Traumbucht Anse Lazio, Praslin. Schwimmen, Strand, Sundowner, ein feines warmes Abendessen...Rotwein, entspannen. Anse Lazio, hier wird die Illusion zur Wirklichkeit, hier kommt man an und fühlt sich nur noch wohl.
23.10.
Dienstag Ein wunderschöner Morgen an der Anse Lazio,menschenleerer Strand, kräftige Wellen rollen auf den Strand. Morgenspaziergang am Strand, ja , das ist Seychellenurlaub. Nach dem Frühstück- wir backen Brot, Brötchen kurz in der Pfanne auf , genial !- und einem Sprung ins erfrischende Wasser motoren wir um die Nordspitze von Praslin zu der benachbarten Insel Curieuse, ankern an dem idyllischen Strand St.José in türkisfarbenem Wasser. Wir setzen mit dem Dingi über, zahlen die Eintrittsgebühr für diesen Nationalpark ( 10.-€/15$) und laufen die 1,7km über einen holprigen, teilweise steilen Pfad vom Doctor’s House der ehemaligen Leprastation zu der Aufzuchtstation der Riesenschildkröten, eine Bucht weiter. Alle Schildkröten laufen hier frei herum und lassen sich an ihrem ledernen Hals kraulen. Ein Teil der Crew bleibt hier zurück, als wir zu dritt in der Mittagshitze die anstrengende Rücktour über einen felsigen Hügel antreten. Am Boot angekommen springen wir zuerst mal ins Wasser, gönnen uns dann ein kühles Bier, bevor wir den Anker lichten und die anderen eine Bucht weiter abholen. Dort gehe ich an eine Boje, hole die restliche Crew mit dem Dingi. Da es mittlerweile 15:00 ist, motoren wir wieder zurück in die Anse Lazio. Im schönen Nachmittagslicht schnorcheln wir am Strand entlang und entdecken über 30 !!! Stachelrochen, die dicht gedrängt in gerade mal 2,50m Tiefe im Sand liegen. Und das, obwohl relativ viele Strandbesucher nachmittags die Anse bevölkern. Als kleines Abendhighlight habe ich mir einen Besuch im Luxusressort Lemuria ausgedacht. Gegen 17:00 motoren wir an der malerischen Anse Georgette vorbei zu der Anse Kerlan. In diese Bucht steht ungeschützt ein heftiger Schwell. Wir ankern trotz starken Wellengangs. Mit dem Dingi gehen wir beim Lemuria Resort an Land, genießen in eindrucksvollem asiatischen Ambiente unsere Sundowner ( €14.-), zu denen uns die freundlichen Servicekräfte indischer Provenienz Snacks servieren. Gegen 19:00 geht es zurück zur Anse Lazio...
24.10. Mittwoch Der sonnige Tag beginnt mit einem Sprungs ins Wasser und danach einem Spaziergang am menschenleeren Strand, einen Pfad entlang zwischen gigantischen Granitfelsen zu zwei versteckten kleinen Buchten. Nach einem ausgiebigen Frühstück, lichten wir den Anker. Neues Ziel: Ile St.Pierre, eine verträumte Miniinsel, wahrscheinlich die meistfotografierte Postkartenidylle der Seychellen.Mit Taucherbrille und Schnorchel umrunden wir die felsige Insel. Hier gibt es zahlreiche Fische zu sehen. Statt die schillernde Vielzahl an Papageienfischen, Doktorfischen, Drückerfischen, etc. hier aufzulisten, möchte ich einen Link angeben, wo sich bereits jemand die Mühe gemacht hat, all diese Fischarten der Seychellen aufzulisten und jeweils ein Foto beizufügen. http://www.fotoreiseberichte.de/seychellen/seychellen_fische.htm Nach dem Schnorcheln gehen wir kurz an Land, aber ohne Schuhe ist das Klettern zwischen den Granitfelsen zu unbequem. Danach geht es mit dem Kat in die Bai St Anne. Unsere Wassertanks ( 2x 250l) müssen aufgefüllt werden ( 100.-SRC). Dazu legen wir am Pier an, lassen uns den Schlauch rüberreichen, und dieses Mal füllt die Crew auch die richtigen Tanks auf. In Mahe hatten nämlich zwei Crewmitglieder versehentlich den Schlauch in die WASTE Öffnung gesteckt und sich gewundert , dass die Tanks nicht voll werden. Dabei lief das Wasser direkt wieder ins Meer. Unser Duchschnittsverbrauch liegt also bei vier Tagen. Wir legen ab und verholen zu einer Boje 50m entfernt. Die 6 Kisten Leergut, die wir zuvor auf den Kleinlaster des Sunsailmitarbeiters geladen hatten, kommen gegen 14:30 auf dem Dingi von Robert , eines anderen Mitarbeiters wieder zu uns zurück. Gemeinsam mit unserem Dingi tuckern wir mit unserem tadellosen 5 PS- Yamaha-Aussenborder zu dem kleinen wie immer von Indern geführten Supermarkt, kaufen Gemüse, Getränke, Wasser. Mittlerweile ist es schon 15:30 und damit zu spät, um ins Vallée de Mai zu fahren. Wir motoren zurück zu der Anse Volbert und ankern 50 m entfernt von der Miniinsel Chauve Souris auf 6m Tiefe. Als wir alle gemeinsam mit dem Dingi zum Strand fahren, nehmen wir dabei dramatisch viel überschwappendes Wasser auf. Am Strand müssen wir das Dingi zunächst langsam umkippen, um die Mengen rauszuschütten. Als den richtigen Ort für einen Sundowner hatte wir uns die Strandbar des Berjaya Hotels ausgesucht. Enttäuschend fanden wir, dass in diesem einfachen Amiente die gleichen harten unverschämten Europreise für die Cocktails verlangt wurden wie in dem luxuriösen Lemuria, satte 14.- €, keine Appetizer, kleine Gläser, und sogar zu wenig Rum in der Mischung. Nach dem Sundowner gehen wir an dem breiten kilometerlangen Strand bei Vollmond entlang spazieren. Wir biegen kurz auf die schmale Strasse, die parallel zum Strand verläuft, kaufen uns in einem mini Inder-Shop salzige und süße Teilchen, sowie ein paar kühle Bier, die wir auf der Bordsteinkante trinken. Jürgen , Elke beschließen, in das nahe Strandrestaurant des Berjaya zu gehen. Zurück an Bord gibt es wieder feines Abendessen und Rotwein satt. Wieder ein Tag mit viel Sonne, kein Regen.
25.
10. Donnerstag
26.10. Freitag Als uns das Faulenzen am Strand genügt, radeln wir gemütlich zurück. Im Supermarkt Grégoires, der ein recht großes Sortiment für eine solch kleine Insel hat, suche wir vergeblich nach unseren salzigen frittierten Teilchen, die es in en indischen Minishops auf Praslin gab. 300m weiter werden wir zwar in einem Minshop fündig, allerdings ist nur noch wenig da. Dafür schmeckt das kühle Seybrew um so besser. Langsam radeln wir Richtung Jetty, werfen hier mal einen Blick in eine kleine Galerie, dort einen Blick in eine Boutique. Am Hafen geben wir gegen 16:00 die Räder ab. Ich habe unseren LaDigue Besuch so getimt, dass wir in den Genuss des Festival Kreol kommen. Wie ich dann allerdings im Laufe des Tages herausgefunden habe, spielt sich das Festival nicht mehr auf dem 500m entfernten Platz mit Livebands , Zelten und Festplatzstimmung ab, sondern auf Sparflamme heute Abend direkt vor unserer Nase am Pier. Wir haben mit unserem Kat einen Logeplatz. Das einzig auffallende ist die extrem laute Musik aus mannhohen Boxen. Von der Feststimmung der früheren Jahre ist nichts übrig. Eine Hand voll kleiner Stände , an denen Puch und Essen verkauft wird. Träge , fast gelangweilt schlendern die Familien am Pier einmal hoch und runter, um dann festzustellen, das wirklich nichts los ist. Irgendwann wird uns das rumstehen mit unserem Punch und unseren Häppchen zu dumm und wir ziehen uns auf unseren Kat zurück. Schließlich schauen wir ja direkt auf den Pier. Mit Oropax in den Ohren kann ich später einschlafen.
27.10.
Samstag
28.10. Sonntag,
29.10. Montag, Der Tag begrüßt uns mit einem bewölkten Himmel. Über Curieuse ziehen dunkle Wolken mit kräftigen Regenvorhängen hinweg. Da heute wieder Wasser bunkern angesagt ist, motoren wir nach dem Frühstück in die Bai St.Anne. Wir bleiben vom Regen verschont. Als wir an der Kaimauer anlegen, liegt neben uns die PS-starke atamaranfähre Catcocos. Nach 20 min legt sie mit viel Schwung ab, der Kapitän manovriert den Kat mit einer Fernbedienung wie bei Flugmodellen, steht dabei konzentriert auf dem Seitendeck. Da uns noch ein paar Lebensmittel fehlen, gehen wir nach dem Befüllen wieder an eine der nahen Bojen. Mit dem Dingi geht es zum Supermarkt. Eigentlich hatte ich bei sonnigem Wetter und besseren Segelbedingungen vor, nach Frégate zu segeln. Aber bei der Aussicht, drei, vier Stunden bei kappeliger See gegen Wind und Strom zu ackern, die schöne Anse Victorin bei grauem Himmel ohne den Farbzauber zu sehen und dann mangels Ankerplatz, denn diese Lektion hatte ich vor drei Jahren gelernt, dass Frégate keine echte geschützte Ankerbucht bietet, in die Nacht hinein weitere 4-5 Stunden nach Mahé zu segeln, beschloss ich, mich Wind und Strömung zu fügen und ganz sanft mit achterlichem Wind in die Anse Lazio zu segeln, einem der schönsten Ankerplätze, die es gibt. Also eine würdige sinnvolle Alternative. IM Laufe des Nachmittags hat sich dann die Bewölkung etwas aufgelockert, und rechtzeitig zum Sundowner verzaubern die abendlichen Sonnenstrahlen den Strand und das Meer.
30.10. Dienstag Was gibt es schöneres, als aufzustehen und auf die einsame morgenliche Idylle eines Traumstrandes zu schauen. Ja, ins Wassr zu springen und am noch menschenleeren Strand entlangzugehen...Ein Geschenk, wenn man solch verträumte Stimmung der Natur mit dem ständigen kraftvollen Brechen der Wellen erlebe darf. Lediglich die anderen Boote, meist auch Katamarane, erinnern mich daran, dass wir nicht ganz allein hier sind. Nach dem Strandspaziergang, dem Schwimmen und einem ausgiebigen Frühstück heißt es nun: tschüß, Anse Lazio, wir werden uns wiedersehen ! Noch in der Bucht hisse ich das Großsegel. Nun heißt der Kurs Mahé. Mit NW-Winden, der feuchte NW-Monsun setzt sich so langsam durch, und drei Mal kreuzen nähern wir uns bei schönem Segelwetter mit 8 kn der Beauvallon Bai auf Mahé. Leider haben wir nur kurz Delphine gesehen. Dort bergen wir das Vor- und Großsegel , motoren die restliche Streckedirekt gegen den Wind an der Bai Ternai vorbei in die sehr ruhige Port Launay. Nach dreimaligem Ankermanöver hat sich der Anker fest eingegraben und hält. Und wieder heißt es jetzt als erstes: rein ins Wasser. Wir fahren mit dem Dingi zum Strand. Leider erwischt uns dort eine Welle ungünstig, nimmt uns quer und bei dem Plums ins Wasser fällt die Brille von Elke ins Wasser. Aber mit vereinten Kräften haben wir sie nach 15 min wieder gefunden. Andere schnorcheln noch eine Weile. Zum Sonnenuntergang gibt es einen Sundowner mit einem ordentlichen Schuss Rum. Und wie an allen anderen Abenden rundet ein fein duftendes Abendessen den schönen Segeltag ab.
31.10. Mittwoch Am frühen Morgen wusste Jürgen, warum ich am Vorabend nicht an die verlockende überdimensionierte Boje gegangen war und stattdessen mit Abstand geankert hatte. Irgendwann in der Nacht war nämlich ein Fischerboot zurückgekommen und lag nun friedlich in der Morgensonne an seinem angestammten Bojenplatz. Bei strahlend blauem Himmel in dieser friedlichen malerische Bucht wurde mir leider wieder bewusst, dass der Törn unaufhaltsam seinem Ende zuging. Am Strand war eine im Schatten der Bäume eine Grundschulklasse, die an diesem idyllischen Ort Schwimmunterricht bekam. Wir genossen unser ausgiebiges Frühstück, danach ging es wieder ins Wasser. Gegen Mittag lichteten wir den Anker und motorten ganz gemächlich die Westküste von Mahé entlang Richtung Anse Takamaka. Wir kamen an dem kleinen aber sehr reizvollen Strand der Ile Therese vorbei, dann nahm ich Kurs auf Grande Anse, südlich davon am Haus des Präsidenten der Seychellen vorbei. Man erkennt es leicht, es ist das einzige Gebäude, um den in großem Abstand eine Sicherheitszone mit Zaun in den Hang angelegt wurde. An der Anse Boileau machte ich eine kleine Ehrenrunde an einer hügeligen Landzunge, auf der man viele kleine Hütten als Ressort gebaut hat. Weiter ging es entlang der sehr flachen und nicht ungefährlichen Anse La Mouche, an der kleinen Anse Soleil vorbei. Dicht an der Küste um eine weitere Landzunge herum suchte ich in der Bai Lazare einen Reseveankerplatz, für den Fall , dass die Anse Takamaka heute zu ungemütlich wäre. Von hier aus war es gerade noch ein Seemeile zu unserem Tagesziel und Ankerplatz Anse Takamaka. Wer hier nicht war, hat eine der schönsten Buchten der Seychellen verpasst. Verunsicherung kann man in der Gesichtern der Crew lesen...Lautstark, mit ungebremster Wucht der offenen Ozeandünung brechen sich die Wellen am Strand. Drei von uns hatten es schwimmend zum Strand geschafft, das gefährliche sind die großen Steine, die sich im Flachwasserberreich befinden, und wo man Gefahr läuft, von einer kräftigen Welle drüber gespült zu werden. Ursprünglich wollten wir gemeinsam in der Strandbar des „Chez Batista“ den Sundowner trinken. Doch war es schlicht zu gefährlich, mit mehreren im Dingi bei dieser Brandung zu landen. Nun reizte es mich doch, ob ich es alleine schaffen könnte. Ich pirschte mich langsam mit demDingi Richtung Strand, wartete den Augenblick ab, in dem die großen Brecher kurz Pause machten fuhr mit Vollgas Richtung Strand jetzt war es Sekundensache: Motor aus, Motor hochklappen, Vorleine packen , rausspringen und vor der nächsten Welle das Dingi an Land ziehen. Geschafft! An Land kam uns die Idee bei „Chez Batista“ etwas trinken zu gehen. Also noch einmal zum Boot zurück mit dem Dingi. Ich schaffte es geradeso raus, als sich vor mir eine Welle bedrohlich aufbaute. Jetzt Nerven behalten, direkt auf die Welle zuhalten...die Welle hob den Bug fast senkrecht an, aber ich kam durch. Als ich dann an Bord Geld eingesteckt hatt,wieder zum Strand zurückfuhr, wieder die Wellen beobachtete, timte ich meine Beschleunigung zum Strand etwas zu früh und wurde wie ein Surfbrett von einer mächtigen Welle zum Strand getragen, der Motor hing in der Luft, jaulte. Jetzt schnell Motor aus, hochklappen und hoffen...Mit enormer Kraft spülte mich die Welle wie ein Spielzeug auf den Strand zu. Kurz vor dem Strand sprang ich brusttief ins Wasser und zog so schnell wie möglich das Dingi an den Strand. Diesen unfreiwilligen Wellenritt werde ich so schnell nicht vergessen. Leider war das Geldholen umsonst. Die sehr unfreundliche Bedienung im „Batista“ meinte nur lapidar, während sie aufräumte, sie würde erst ab 18:30 wieder mit dem Service beginnen. Wir schlenderten noch am Strand entlang, die anderen schwammen, bzw. ließen sich aussen am Dingi hängend zum Boot ziehen. Hier mixten wir uns gemütlich eine Runde Sundowner und bekamen später wieder ein superfeines warmes Abendessen.
1.11.
Dnnerstag,
2.11. Freitag „Twice the pleasure“ der beste Kat in den letzten 10 Jahren. Zum ersten Mal musste ich auch keine Ice-bags kaufen, weil der Kühlschrank nicht nur kühlte, sonder auch Lebensmittel einfror. Nach dem Sprung ins erfrischende klare Nass, dem Frühstück, noch einmal die großen Fledermausfische , die mittlerweile im Dutzend unter dem Boot schwammen, mit unseren Brotresten gefüttert, dann hieß es um 8:30 für diesen Törn zum letzten Mal: Anker hoch. Es sind gerade mal 3,7 sm zur Marina, ich motore bewusst gemütlich mit 2000 Umdrehungen. Bei Sunsail angekommen drehe ich kurz vor dem Steg und fahre langsam rückwärts in die Gasse zwischen den Stegen, ein letztes Anlegen, schade. Mit diesem Katamaran würde ich sofort bedenkenlos auf eine Weltumsegelung gehen. Qualität, Komfort, Detaillösungen ist den französischen Kats , die ich bisher kennen gelernt habe, weit überlegen. Entspannt, freundschaftlich erfolgt die Bootsübergabe. Wir durften sogar den Kat den ganzen Tag und Abend über weiter nutzen, da unsere Flüge ja erst in der folgenden Nacht waren. Wir machten noch einen Abstecher nach Viktoria zum Markt, mit dem Bus zur Beauvallon an den Strand. Gegen 17:00 trafen wir uns alle im ‚Pirat Arms’ zu einem gemeinsamen Abendessen. Bei Tuna Steak ließen wir den Törn ausklingen. Um 22:30 holte uns das Sammeltaxi ab, brachte uns zum 5km entfernten Flughafen. Ich hatte in den letzten zehn Jahren noch keinen so engagierten Smutje dabei wie bei diesem Törn. Detlef hat in unnachahmlicher Art den Speisezettel im voraus durchdacht, in großem Stil Lebensmittel, viele eingefroren, mitgebracht, und das mit nur einem Ziel: die Crew zu verwöhnen. Unerreicht wird auch sein Obstsalat bleiben, den er mit soviel Hingabe geschnippelt hat, wie er auch die Abendessen gekocht hat, sei es Königsberger Klopse, Leberkäs, Maultaschen, Schweinebraten, etc....auch wenn das manch einem wenig kreolisch klingt, Detlef hat sich in ganz hervorragender Weise um die Crew verdient gemacht. Ich sage nur: Chapeau ! Letztlich möchte ich mich bei der ganzen Crew für den fließenden runden Teamgeist bedanken, der zwei gelungen Segelwochen im Paradies ermöglicht hat. Wir haben viel gelacht ! Euer Skipper Christian |